Gotthard-Basistunnel, Schweiz

Vermessungsarbeiten zum Einbau der Festen Fahrbahn.

Auftraggeber

Grunder Ingenieure AG

Gesamtprojekt

Der erste Hauptdurchschlag beim längsten Tunnel der Welt, dem Gotthard-Basistunnel ist geschafft. Am 15.10.2010 durchbrach die Tunnelbohrmaschine Sisi unter großer Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit die letzte Wand in der 57.104 m langen Oströhre.

Mit dem Einbau der Bahntechnik kann der Röhre nun ein Sinn gegeben werden.

Seit Anfang Oktober baut die Arge Fahrbahn Transtec Gotthard (AFTTG), eine Arge aus der britischen Balfour Beatty Rail GmbH und der österreichischen Alpine Rail GmbH, im Südabschnitt der Weströhre die Gleisanlage in Bauart Feste Fahrbahn ein. Diese Bauart wurde gewählt weil sie höchste Langzeitstabilität, geringste Wartungsanfälligkeit und damit höchste Verfügbarkeit verspricht. Diese Eigenschaften sind aber nur von Vorteil, wenn die Gleislage von Anfang an perfekt ist.

Aus diesem Grund wurde die intermetric GmbH mit den Vermessungsarbeiten zum Einbau der Festen Fahrbahn beauftragt. Auftraggeber ist die Grunder Ingenieure AG, Burgdorf, Schweiz, die mit dem Gesamtauftrag Vermessung Bahntechnik außerdem verantwortlich ist für die vermessungstechnische Betreuung zum Einbau der technischen Anlagen und der Schotterstrecken außerhalb des Tunnels sowie die Dokumentation für die Datenbank der festen Anlagen.

Unsere Leistungen

Zu den Vermessungsarbeiten zum Einbau der Festen Fahrbahn gehören:

  • die Überprüfung des vom Bauherrn, der Alptransit Gotthard, übergebenen hochpräzisen Referenzrahmens, bestehend aus Festpunktfeld und zugehöriger Koordinatenliste.
  • das "Grobrichten" der ausgelegten, aufgeständerten Gleise auf +/- 2mm
  • das "Feinrichten" direkt vor der Betonage auf +/- 0,3mm unter Berücksichtigung der Parameter Lage, Höhe, gegenseitige Höhenlage (Überhöhung) und Spurweite
  • die Kontrolle der Gleislage unmittelbar nach der Betonage und dem Härten des Betons
  • die Dokumentation der Gleislage nach DB Ril 883.0031 sowie nach den verschärften schweizerischen Abnahmekriterien für den Gotthard-Basistunnel.

Aktualisierung

Mittlerweile sind die ersten 10 km Feste Fahrbahn im Gotthard-Basistunnel eingebaut. Die ersten Ergebnisse aller Kontrollmessungen (intermetric, ATG, Messzugfahrt) belegen die hervorragende Qualität der Gleislage.

Aktualisierung

Inzwischen sind 15 km Feste Fahrbahn im Gotthard-Basistunnel eingebaut. Nun steht eine längere Pause an, denn der nächste anstehende Bauabschnitt, der Nordabschnitt der Oströhre, ist noch nicht vom Rohbau an den Unternehmer Bahntechnik übergeben. Der Einbau soll planmäßig im Februar 2012 wieder aufgenommen werden.

Aktualisierung

Der Nord-Ost-Abschnitt des Gotthard-Basistunnels, "Erstfeld-Amsteg-Sedrun Ost" ist an die AFTTG, den Unternehmer Gleisbau, übergeben. Wir haben inzwischen in diesem Abschnitt mit dem Überprüfen des vom Bauherrn übergebenen Grundlagennetzes begonnen. Die Messungen und unsere Auswertung sind abgeschlossen. Nun müssen die Ergebnisse noch mit unseren Auftraggebern und dem Bauherrn diskutiert werden.

Aktualisierung

Gestern konnten wir auf Einladung von Nationalrat Hans Grunder, Chef des Burgdorfer Ingenieurbüros Grunder Ingenieure AG, ins Schweizer Bundeshaus eingeladen. Es war beeindruckend, an Sitzungen der beiden Kammern des stolzen Schweizer Parlaments teilnehmen zu können. Die Führung durch das ehrwürdige Haus war sehr lehrreich.

Für den Vor- und Nachmittag hatte die AFTTG ein tolles Programm zum Kennenlernen der Schweizer Bundeshauptstadt Bern organisiert: Eine Art Infoquiz-Stadtführung bei strahlendem Wetter und Schneegestöber durch die wunderschöne Berner Altstadt und ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt.

Insgesamt ein wunderbarer Tag, um einen wichtigen Teil der Schweiz kennen zu lernen.

Aktualisierung

Plangemäß hat die Produktion der Festen Fahrbahn wieder begonnen und zwar im Abschnitt AMS-ER-SED Ost. Die lange Pause wurde von allen Seiten genutzt, aus den Erfahrungen des ersten Abschnitts zu lernen und neue Energie zu tanken. Bereits Mitte Januar wurden die Ergebnisse der Netzüberprüfung mit dem Bauherrn diskutiert. Die Überprüfung hatte die übergebenen Koordinaten weitestgehend außergewöhnlich genau bestätigt und Schäden im Netz rechtzeitig aufdecken können. Das nahezu perfekte Netz bildet die Grundlage für eine erneut geometrisch herausragende Fahrbahn.

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